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Forschung im Auftrag
Manuel Babbi (2024) Auswirkungen von Wisenten auf Waldränder: Erstuntersuchung 2024
Manuel Babbi hat im Auftrag von Projekt Wisent Thal untersucht, wie sich Wisente auf Waldränder auswirken. Die Grundlagen-Aufnahme 2024 zeigt: Drei Waldränder im Gehege Welschenrohr erreichten 50–57 Punkte und gelten damit als ökologisch „wertvoll“ (Skala: ≤59 = sehr wertvoll, ≤13 = nicht vorhanden). Die guten Werte sind vor allem auf frühere Aufwertungen zurückzuführen. Ob Wisente die Struktur langfristig fördern oder schädigen, wird eine Folgeuntersuchung klären.
Arbeiten von Studenten
Mario Flury (2025) – Rangerdienst beim Projekt Wisent Thal
Mario Flury widmete seine Abschlussarbeit im Ranger-Lehrgang 2024/25 dem Projekt Wisent Thal. Er lieferte mit seiner Arbeit Grundlagen für ein wirksames Besuchermanagement in der Projektphase III (Halbfreiheit der Wisente ohne Zaun), das durch ein Feedback-System, ein fachlich fundiertes Rangerkonzept, konfliktminimierende Massnahmen und ein langfristiges Monitoring die Projektziele sicherstellt.
Patrick Münger (2025) – Schutz von Einzelbäumen gegen die Schälung durch Wisente
Patrick Münger wollte 2025 in seiner Bachelorarbeit klären, wie gut Bäume mit Diagonaldrahtgeflecht, Wöbra-Baumschutzfarbe und WitaPro-Kunststoffgeflecht vor dem Schälen durch Wisente geschützt werden können. Im Feldversuch mit 260 stark schälgefährdeten Bäumen erwiesen sich alle drei Schutzmassnahmen als nahezu perfekt wirksam bei Kosten von CHF 4.60 bis 11.01 pro geschützten Baum. WitaPro wurde in einer Gesamtschau am besten bewertet.
Tobias Heiri (2024) – Mutterkühe und umgesiedelte Wisente auf geteiltem Weideland: Eine parasitologische Lagebeurteilung
In seiner Masterarbeit untersuchte Tobias Heiri die Parasitenfauna der Wisentherde und der Mutterkuhherde auf der Sollmatt. Er sammelte und analysierte dazu vom April 2023 bis März 2024 monatlich Kotproben. Er fand eine starke Überlappung der beiden Parasitenfaunen. Die Wisentherde wies aber einen stärkeren Befall mit Peitschenwürmern, Bandwürmern und Magen-Darm-Strongyliden und die Mutterkuhherde einen stärkeren Befall mit Leberegeln und Kryptosporidien auf.
Clara Lussi (2024) – Der Wisent: Aktivitätsmuster eines Rückkehrers.
Clara Lussi untersuchte in ihrer Maturaarbeit im Frühling 2024, ob im Verhalten der Wisente im Tagesverlauf ein spezifisches Aktivitätsmuster erkennbar ist und inwiefern sich die Herdenmitglieder dabei synchron verhalten. Die Wisente verbrachten durchschnittlich 40% des Tages mit Nahrungsaufnahme, 50% mit Ruhen und 10% mit Fortbewegung und anderen Aktivitäten, alles hochgradig synchronisiert. Es zeigten sich dabei keine klaren zeitlichen Muster.
Noah Manohar (2024) – Debarking habits of Bison bonasus in the Wisent Thal Project
Noah Manohar untersuchte das Rindenschälen der Wisente in seiner Masterarbeit 2023/24. 6% aller Bäume im Wisentgehege zeigten Schälwunden. Nadelbäume wurden gemieden und Laubbäume bevorzugt, ausser Buchen, die ungefähr entsprechend ihrer Häufigkeit geschält wurden. Hauptsächlich wurden dünne Bäume geschält; Stammdurchmesser über 36 cm wurden gemieden. Überraschenderweise zeigten 45% der geschälten Bäume bereits nach fünf Monaten Zeichen der Wundheilung.
Ramon Niederberger (2024) – Quantitative Analyse der Initiierung von Standortwechseln bei Wisenten
Ramon Niederberger beobachtete im Mai und Juni 2024 während 170 Stunden, wie häufig die einzelnen Wisente den Aufbruch der Herde an einen neuen Standort initiierten. Es gab keine «Leitkuh», die immer für die ganze Herde entschied. Der Einfluss der einzelnen Tiere auf die Herde war aber sehr unterschiedlich. Eine Kuh war besonders erfolgreich und löste 43% aller Ortswechsel aus, zehnmal mehr als die am wenigsten erfolgreiche erwachsene Kuh der Herde.
Andrea Bodmer (2023) – Von den Wisenten zum Schälen ausgewählte Waldbäume im Projekt Wisent Thal
Die Bachelorstudentin Andrea Bodmer untersuchte an einer Stichprobe von 1290 Bäumen, ob die Wisente im Winter 2022/23 Rinde abgeschält hatten bzw. welche Bäume verschont geblieben waren. Es zeigte sich, dass die Wisente am liebsten Bäume mit «Stangenholzdimensionen» (Stammdicke von 10 – 20 cm) schälten. Nadelhölzer und Rotbuchen wurden beim Schälen gemieden, dafür wurden Weiden, Eschen, Bergahorne und andere Laubhölzer bevorzugt.
Florio Büchler (2023) – Monitoring von Wildhuftieren im Projektgebiet Wisent Thal
Der Bachelorstudent Florio Büchler erarbeitete im Sommer 2023 eine praktikable Methode, um im Projektgebiet den Einfluss der Wisente auf die Verteilung der anderen Wildhuftiere zu dokumentieren. Er konnte zeigen, dass dies mit einer Stichprobe von kleinen Untersuchungsflächen im Wald gelingen kann, die regelmässig nach Huftierkot abgesucht werden. Die Methode ist ziemlich aufwändig und eignet sich nur für das Sommer-Halbjahr.
Nadja Haueter (2023) – Schälungen durch Wisente: Sind Laubbäume, die von Schälungen betroffen sind, noch am Leben?
Nadja Haueter überprüfte in ihrer Maturarbeit im Sommer 2023 die Vitalität von 100 Bäumen. die im vorangegangenen Winter von den Wisenten stark (mindestens 50% des Stammumfanges) geschält worden waren. Sie fand 69 vollständig gesunde, 22 kranke und 9 abgestorbene Bäume. Der Anteil kranker und abgestorbener Bäume war bei dünnen Bäumen grösser als bei dicken Bäumen.
Saskia Maeder (2023) – Temporal change in the shyness of captive-born wisents (Bos bonasus) towards humans
Saskia Maeder untersuchte in ihrer Bachelorarbeit das Fluchtverhalten der Wisente gegenüber Menschen. Sie oder ein Figurant näherten sich dazu in einer Reihe von Feld-Experimenten der Wisentherde und es wurden die Distanzen für die Reaktionen der Wisente auf die Annäherung gemessen. Es zeigte sich, dass die aus Wildpärken stammenden Wisente ihre sehr geringe Fluchtbereitschaft gegenüber Menschen im Verlauf des Sommers 2023 nicht vergrösserten.
Flavia Mondini (2023) – Auswirkung der neuen Wisentpräsenz auf die Wildtieraktivität im Gehege des Projekts «Wisent Thal»
Flavia Mondini analysierte im Sommer 2023 im Rahmen einer CAS-Arbeit anhand von Fotofallendaten über die Wildtiere und von GPS-Ortungen der Wisente, welchen Einfluss die neue Wisentpräsenz auf die Wildtiere im eingezäunten Perimeter hat. Bei den Huftieren zeigte sich kein Einfluss der Wisente, während die Raubtier-Aktivität nach Ankunft der Wisente zurückging (allerdings ohne räumlichen Zusammenhang mit der Aufenthaltshäufigkeit der Wisente).
Monika Tschumi (2023) – Veränderungen der menschlichen Aktivitäten auf der Sollmatt in Welschenrohr mit Ankunft der Wisente
Monika Tschumi überprüfte in ihrer CAS-Arbeit anhand von Fotofallendaten aus den Jahren 2019 bis 2023, ob sich die Häufigkeit menschlicher Aktivitäten im Bereich des Wisentgeheges nach Ankunft der Wisente verändert hatten. Seit der Ankunft der Wisente im September 2022 wurden mehr «Fussgänger» verzeichnet, während bei den Joggern, Bikern, Reitern und «Anderen» keine klaren Veränderungen erkennbar waren. Ob die Zunahme der Fussgänger durch die Anwesenheit der Wisente oder andere Ursachen begründet ist, muss allerdings offen bleiben.
Bilder sind erhältlich unter: dkphotography.ch





