Wisent-Thal

Medienmitteilung des Vereins Wisent im Thal vom 27. Mai 2026, 6 Uhr

Der Verein Wisent im Thal setzt die Planungen für die nächste Projektphase «Halbfreiheit» weiter fort. Nach vertieften Abklärungen steht mit den bereits erfolgten Zusagen der Bürgergemeinde Solothurn sowie von Benjamin und Theres Brunner weiterhin ein zusammenhängendes Gebiet von rund 6.4 km² zur Verfügung. Ziel ist es, das Gesuch im Laufe des Sommers bei der zuständigen Behörde einzureichen.

Der Verein bedauert, dass die Bürgergemeinde Welschenrohr und die Gemeinde Herbetswil entschieden haben, ihre Flächen derzeit nicht für die nächste Projektphase zur Verfügung zu stellen. Selbstverständlich respektiert der Verein diese Entscheide. Das Vorhaben selbst sieht der Verein nicht beeinträchtigt, zeigt sich doch, dass das Wohlwollen und das Interesse gegenüber den Tieren und dem Vorhaben in der Bevölkerung verbreitet vorhanden ist. Das zeigen die Bevölkerungsumfrage wie auch zahlreiche persönliche Gespräche mit Besucherinnen und Besuchern an der MEGAThal 2026. Gleichzeitig nimmt der Verein die bestehenden Fragen und Vorbehalte, welche zur Ablehnung in den beiden Räten führten, ernst und will den Dialog mit der Bevölkerung künftig verstärkt weiterführen.

Der Verein hat das Projektteam personell verstärkt, um die anstehenden Arbeiten in den Bereichen Betreuung, Monitoring, Kommunikation und Vorbereitung der nächsten Projektphase bewältigen zu können. Mit Matthias Muff konnte ein Wisent-Guide der ersten Stunde als Mitarbeiter gewonnen werden. Herr Muff absolviert an der HAFL Zollikofen seinen Bachelor in Umwelt- und Ressourcenmanagement mit der Vertiefung nachhaltige Land- und Wassernutzung.

Der Verein arbeitet derzeit an einem Schlussbericht zur bisherigen Gehegephase, basierend auf den durchgeführten wissenschaftlichen Untersuchungen. Dieser soll die bisherigen Erkenntnisse und Erfahrungen aus dem Projekt zusammenfassen und öffentlich zugänglich gemacht werden. Die Veröffentlichung ist im Laufe des Sommers vorgesehen.

Ziel des Projekts ist es, mit einer Wisent-Testherde zu untersuchen, ob der im Mittelalter hierzulande ausgerottete Wisent heute als Wildtier im Jura tragbar ist. Der Versuch in einem rund 100 Hektaren grossen Gehege dauert von 2022 bis 2027. Das Testgelände gehört der Bürgergemeinde Solothurn und dem Landwirt und Wisent-Ranger Benjamin Brunner und seiner Frau Theres Brunner und ist für die Dauer des Versuchs eingezäunt. Es wird während der Projektzeit weiterhin land- und forstwirtschaftlich genutzt, und der Zugang für die Öffentlichkeit wird nicht eingeschränkt.

Auskunft:

  • Otto Holzgang, Projektleiter Wisent Thal, 076 418 02 66

  • Stefan Müller-Altermatt, Präsident Verein Wisent im Thal, 076 332 15 26